Gehirnerschütterung
(Commotio cerebri)

Eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri), auch leichtes Schädel-Hirn-Trauma genannt, ist eine Prellung der Nervenzellen im Gehirn nach einem Schlag gegen den Kopf. Dies führt dazu, dass die Funktion der Nervenzellen vorübergehend gestört ist. Außer zeitlich begrenzten Symptomen entsteht im Normalfall kein bleibender Schaden.

Es kommt zu einer kurzfristigen, wenige Sekunden bis Minuten dauernden Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen und Gedächtnisverlust (Amnesie). Außerdem können Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und vorübergehende Orientierungsstörungen auftreten.


Wann müssen Sie zum Arzt gehen?  

  • Prinzipiell sollte nach jeder Bewusstlosigkeit der Arzt aufgesucht werden! 

In jedem Falle aber: 

  • wenn die Bewusstlosigkeit mehr als ein paar Minuten gedauert hat. 

  • wenn der Patient, nachdem er aufgewacht ist, wieder schläfrig wird. 

  • wenn kein Kontakt mit dem Patienten aufgenommen werden kann.

  • wenn der Patient Übelkeit verspürt.

  • wenn er über längere Zeit verwirrt ist.

  • wenn die Symptome erst längere Zeit nach einem Sturz auftreten (sechs bis zwölf Stunden nach dem Unfall). Besonders häufig tritt diese Zeitverzögerung bei Kleinkindern auf.


Wann wird der Arzt den Patienten zur Überwachung ins Krankenhaus einweisen?  

Abhängig von den Symptomen entscheidet der Arzt, ob der Patient zur weiteren Beobachtung oder zum Ausschluss schwerer Verletzungen in das Krankenhaus eingewiesen wird. Vor allem, wenn die Bewusstlosigkeit länger als eine Viertelstunde und die Bewusstseinstrübung länger als eine Stunde dauert, besteht der Verdacht auf eine schwerere Verletzung (Gehirnquetschung, Gehirnblutung)

Darüber hinaus ist in vielen Fällen eine Schädelröntgenaufnahme notwendig, um einen Knochenbruch auszuschließen. Treten Nackenbeugeschmerzen auf, wird in der Regel ein Röntgenbild der Halswirbelsäule angefertigt. Bei Verdacht auf eine Blutung im Schädel wird eine Computertomographie (CT) angefertigt.

 Wie wird eine Gehirnerschütterung behandelt? 

Der Patient sollte bis zu 24 Stunden nach dem Unglück beobachtet werden. Treten Veränderungen der Bewusstseinslage auf, sollte ein Arzt verständigt werden, wenn die Nachbeobachtung nicht in einem Krankenhaus stattgefunden hat. Eine einfache Überprüfung kann durch simple Fragen nach Datum oder dem Namen vorgenommen werden. Das Gleiche gilt, falls nach einem symptomfreien Zeitraum Übelkeit und Erbrechen erneut auftreten.


Was können Sie selbst nach einer Gehirnerschütterung tun?  

In der Regel verschwinden die Symptome nach einigen Tagen körperlicher Schonung und Bettruhe von allein. Anfangs sollte Fernsehen vermieden werden.


Kann eine Gehirnerschütterung bleibende Schäden verursachen?

Handelt es sich um eine Gehirnerschütterung, so bleibt diese meist folgenlos. In manchen Fällen kann es einige Monate dauern, bis die letzten Spätfolgen verschwinden. Dazu gehören zum Beispiel: Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Müdigkeit, Irritationen, Lärmempfindlichkeit und fehlende Konzentration.

Im Gegensatz zur Gehirnerschütterung kommt es bei einem höhergradigen Schädel-Hirn-Trauma oder einer Gehirnblutung zu direkten Hirnschädigungen. Je nach Ausmaß und Lage der Verletzung kann es zu bleibenden Schäden kommen, die mit Kopfschmerzen, Epilepsien (Krampfanfälle) und Lähmungen einhergehen können.

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Schlüsselbeinbruch
(Claviculafraktur)

Das Schlüsselbein (Clavicula) ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen Arm- und Rumpfskelett. Es verläuft zwischen dem Brustbein (Sternum) und einem Fortsatz des Schulterblatts (Akromion). Bei einem Sturz auf den Arm oder direkter Gewalteinwirkung kann das Schlüsselbein brechen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen tritt dieser Bruch häufig auf, er stellt aber den harmlosesten Knochenbruch beim Menschen dar.


Wie sehen die Anzeichen für einen Schlüsselbeinbruch aus?

Anzeichen sind Schmerzen, eine Schwellung im Verlauf des Schlüsselbeins und die Unfähigkeit, den Arm zu benutzen. Im Vergleich zur anderen Körperseite ist die Kontur des Schlüsselbeins verändert.

Wie wird ein Schlüsselbeinbruch festgestellt?

Die Röntgenuntersuchung zeigt, ob ein Schlüsselbeinbruch vorliegt. Begleitverletzungen gibt es praktisch nicht, so dass keine weiteren Untersuchungen notwendig sind.


Wie wird ein Schlüsselbeinbruch behandelt?

Im Regelfall genügt es, für vier Wochen (bei Kindern für drei Wochen) einen speziellen Verband anzulegen (Rucksackverband). Eine Operation ist nur bei sehr weit außen (lateral) liegenden Brüchen notwendig oder wenn die Gefahr besteht, dass die scharfkantigen Bruchstücke die Haut durchspießen. Der Bruch wird mit speziellen Platten und Schrauben oder Drähten geschient. 

 


Wie erfolgt die Weiterbehandlung? 

In der Regel ist eine spezielle Nachbehandlung nicht erforderlich, die Prognose ist ausgezeichnet.

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Schulterverrenkung
(Schulterluxation) 

Die Schulterluxation ist die am häufigsten auftretende Verrenkung. Die Ursache ist meist eine hebelnde Bewegung am Oberarm mit einer Drehung nach außen, wobei der Arm vom Körper weggeführt wird. Stürze beim Sport und mit dem Fahrrad sowie Verkehrsunfälle sind weitere Ursachen.

Der Kopf des Oberarmknochens (Humerus) springt meist nach vorne oder unten aus der Schulter-Gelenkspfanne. Verrenkungen nach hinten sind weniger häufig. Sehr selten ist die Verrenkung bei ausgestrecktem Arm. 

Bei der habituellen (gewohnheitsmäßigen) Schulterluxation führen schon geringe Verletzungen (Bagatell-Traumen) zur Verrenkung.


Wie erkennt man eine Schulterluxation?

Starke Schmerzen, eine komplette Bewegungsunfähigkeit des Arms und eine veränderte Form der Schulter sind Anzeichen einer Luxation. Der Oberarmkopf ist außerhalb seiner normalen Position tastbar, ebenso die leere Gelenkpfanne.

Die Erstversorgung besteht in einer Ruhigstellung und Kühlung.


Welche Untersuchungen sind notwendig?

Eine Schulterluxation wird durch (Röntgenaufnahmen) diagnostiziert. Sie zeigen die exakte Fehlstellung des Oberarmkopfs und ob knöcherne Begleitverletzungen entstanden sind. Die weitere Diagnostik erfolgt erst nach der Einrenkung.


Wie wird die Schulterluxation behandelt?

Die Einrenkung (Reposition) erfolgt am besten unter Kurznarkose. Es gibt verschiedene Einrenkungstechniken, die alle auf dem gleichen Prinzip beruhen: Zug am Oberarm und Drehung nach außen. Dabei schnappt die Schulter schnell in ihre normale Position zurück. Anschließend wird der Arm in einem speziellen Verband (Gilchrist-Verband) ruhig gestellt.

Bei einer habituellen Verrenkung ist die Einrenkung in der Regel leicht. Oft lässt sich die Schulter durch eine bestimmte Bewegung selbst einrenken.


Ist eine Weiterbehandlung erforderlich?

Nach der Phase der Ruhigstellung stärkt eine krankengymnastische Nachbehandlung die Muskulatur des Schultergürtels. Komplikationen wie Gefäß- oder Nervenverletzungen sind extrem selten. Sind bei der Verrenkung knöcherne Verletzungen am Oberarmkopf oder an der Gelenkpfanne entstanden, müssen sie entsprechend behandelt werden, gegebenenfalls mittels einer Arthroskopie. Liegen keine Begleitverletzungen vor, ist die Prognose bei einer reinen Verrenkung meistens sehr gut.

 

Wie kann eine Schulterverrenkung vermieden werden?

Eine gut trainierte Muskulatur und Koordinationstraining beugen einer Schulterluxation vor. Beim Sport schützen die entsprechende Ausrüstung und defensives sportliches Verhalten vor Verletzungen. 

 

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Fingerbruch

 

Das Skelett eines Fingers besteht aus drei Knochen, den Fingergliedern (Phalangen). Der Daumen besitzt lediglich zwei Glieder. Brüche entstehen häufig beim Sport durch Sturz auf die Hand, Anprall eines Balles oder Kontakt mit einem Gegenspieler. Neben den einfachen Brüchen gibt es verschobene (dislozierte) Brüche und Trümmerbrüche.


Welche Anzeichen gibt es für einen Fingerbruch?

Der Bruch eines Fingers ist sehr schmerzhaft. Außerdem schwillt der Finger an, ist möglicherweise fehlgestellt und gebrauchsunfähig. Sofortmaßnahmen sind Schonung, Schienung und Eisauflagen.

 

Wie wird ein Fingerbruch festgestellt ?

Ein Fingerbruch lässt sich anhand von  Röntgenaufnahmen diagnostizieren. Zwei Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen zeigen, wie der Bruch verläuft.Die Heilung des Knochenbruchs wird über drei bis sechs Wochen mit Hilfe von Röntgenaufnahmen kontrolliert. Über diesen Zeitraum sollte der Finger in einem Gips oder einer Spezialschiene ruhig gestellt werden. Komplikationen wie Störung der Wundheilung, Infektion, Nachblutung, Haut-, Gefäß-, oder Nervenschäden sind selten. Wird der verletzte Finger fehl- oder überbelastet, können die Schrauben aus dem Knochen brechen. Dann muss erneut operiert werden.

Wie erfolgt die Weiterbehandlung ?    

Leichte krankengymnastische Übungen helfen dabei, die volle Beweglichkeit der Finger wiederherzustellen. Bei einem unkomplizierten Verlauf ist die Prognose in der Regel sehr gut. Gelegentlich bleiben Restbeschwerden wie Schwellneigung, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit über mehrere Monate bestehen. Sie verschwinden aber meist vollständig. Nur in wenigen Fällen bleibt eine geringe Fehlstellung des Fingers zurück, die aber die Gebrauchsfähigkeit der Hand meist nicht beeinträchtigt.

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Riss der Achillessehne
(Achillessehnen-Ruptur)

Die Achillessehne verbindet das Fersenbein (Calcaneus) mit der Wadenmuskulatur. Beim Abrollen des Fußes ermöglicht sie, dass sich die Ferse vom Boden abhebt.

 

Wie entsteht ein Achillessehnenriss?

Die Achillessehne kann bei plötzlichem Anspannen oder durch einen Tritt in die Sehne reißen. Feingewebliche (histologische) Untersuchungen gerissener Achillessehnen zeigen fast immer Verschleißschäden (degenerative Schäden). Versicherer erkennen daher eine Achillessehnen-Ruptur als Unfallfolge nur dann an, wenn lediglich geringe degenerative Veränderungen nachweisbar sind.

 

 Welche Anzeichen gibt es für einen Riss der Achillessehne ?

Die Achillessehne reißt plötzlich mit einem deutlich wahrnehmbaren Knall oder dem Gefühl eines Tritts in die Ferse. Die verletzte Person kann nicht mehr auf den Zehenspitzen stehen. Über der Ferse lässt sich eine charakteristische Delle tasten, die besonders beim Vergleich beider Fußseiten auffällig ist. Man sollte den Fuß sofort entlasten, ruhig stellen und Eis auflegen. 

Wie wird ein Achillessehnenriss festgestellt?

Der Arzt stellt durch eine ausführliche Untersuchung ebenfalls die oben genannten Symptome fest. Da diese so eindeutig sind, kann in den meisten Fällen auf eine apparative Untersuchung verzichtet werden. Eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) kann die Lücke im Verlauf der Sehne darstellen.

Wie wird ein Achillessehnenriss behandelt?

Besonders beim Sportler ist die operative Therapie empfehlenswert. Neben der direkten Naht der Sehnenstümpfe durch eine spezielle Nahttechnik gibt es die Möglichkeit der Verstärkung der Naht durch Muskelhaut (Faszie) benachbarter Muskeln. Bei nahe beieinander stehenden Sehnenstümpfen kann statt einer Operation die Behandlung in einem hohen Spezialschuh (ggf. mit einer Absatzerhöhung zur Annäherung der Sehnenstümpfe) erwogen werden.

Treten Komplikationen auf?

Die Heilung der Achillessehne dauert üblicherweise sechs bis zwölf Wochen. Zumindest anfangs schützt ein Gips oder ein Spezialschuh, unter Umständen mit einer Absatzerhöhung, die Sehnennaht. Während dieser Zeit ist eine Thrombosevorsorge verpflichtend. In seltenen Fällen kann es zu Infektionen, Durchblutungsstörungen sowie zu einer Verkürzung oder Verlängerung der Sehne kommen.

Wie ist die Prognose?

Mit fortschreitender Heilung steigt die Belastbarkeit, der die Sehnennaht ausgesetzt werden kann, stufenweise bis zur Vollbelastung an. Eine eventuelle Absatzerhöhung kann schrittweise reduziert werden. Bis auf geringe Restbeschwerden heilt die Verletzung erfahrungsgemäß folgenlos aus.

 

 

 

 


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